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Demeterhof Curt Petersen
Der Hof von Herr Petersen liegt im Desmeciereskoog in Nordfriesland. Er bewirtschaftet 120 ha von denen er letztes Jahr 45 ha vom Nachbarbetrieb(Ole Peters) übernahm, zuerst wollte er nicht weil sein Hauptarbeitsbereich in dem Vertrieb von EM (effiziente Mikroorganismen) liegt und er gerne aus der Landwirtschaft aussteigen würde, er bewirtschaftet den Betrieb hauptsächlich weiter weil er auf seinen Flächen auch EM einsetzt und das gute Demonstrationsflächen sind. Aber er entschied sich dann doch für die Pacht weil die Flächen schon umgestellt waren und sie sonst wohl an einen konv. Betrieb gegangen wären. 20 ha der Fläche liegen auf der Geest und haben 22-45 Bodenpunkte, der Marschboden hat 75-92 BP. Er selbst hat zwar keine Tiere aber ein Wanderschäfer weidet seine Kleegrasflächen ab, als er den Vertrag mit dem Schäfer dem Demeter- Verband vorlegte bekam er die Zulassung. Auf seinen Feldern baut er hauptsächlich Vermehrungsgetreide an, und zwar: Sommerweizen (Fasan, Combi), Winterweizen (Achat, Bussard), Hafer (Alf), Sommergerste (Eunova, Barke). Die Vermarktung und Auslieferung macht er selbst. Das Ausliefern macht er mit einem Kleintransporter und einem Anhänger, so kann er 3to befördern. Da er eine Getreidelagerung und –reinigung hat, kann er auch selbst Saatgut reinigen. Bevor das Saatgut anerkannt wird muss zuerst der Bestand im Feld begutachtet werden und es muss eine Probe zur Lufa geschickt und für gut befunden werden. Beim Weizen bekommt er je dz 62 Euro, beim Hafer und der Gerste 57 Euro/dz. Er muss aber eine Lizenzgebühr von 7,5-9 Euro/dz zahlen, auch wenn das Saatgut nicht anerkannt wird. Außerdem baut er Nackthafer, Ackerbohnen (Devine) und Kleegras an. Mit dem Nachbarbetrieb von dem er auch die Flächen übernommen hat tauscht er Flächen, er baut Getreide an und sein Nachbar Möhren, dieses Jahr wachsen 13 ha Möhren auf seinen Feldern. Sein gesamtes Getreide baut er in der weiten Reihe an. Er hat einen Reihenabstand von 50cm und sät eine Doppelreihe, er hackt es nur ein Mal mit Hohlscheiben und Gänsefußscharen mit 8-12 km/h. Danach wird die Untersaat mit einem Pneumatikstreuer ausgebracht und eingestriegelt. Als Untersaat nimmt er eine Mischung aus 60% verschiedener Kleearten und 40% Welsches- + Deutsches- Weidelgras. Um das Kleegras zu mulchen hat er sich selbst ein Mulchgerät gebaut, es besteht aus sechs 2kw- Elektromotoren mit je einem Messer einer Motorsense, die Maschine wird am Frontlader angebaut und von einem Generator im Heckanbau mit Strom versorgt. Seine Fruchtfolge setzt sich so zusammen: Kleegras, Winterweizen, Hafer, Ackerbohne, Sommerweizen, Sommergerste. Durch den ständigen Untersaatanbau bekommt er zwar sehr viel Humus in den Boden, aber die Stoppelbearbeitung bleibt aus, dadurch vermehren sich die Disteln und Milchdisteln stark.
Wie schon gesagt setzt er EM ein und vertreibt es auch. EM steht für effiziente Mikroorganismen und enthält wie der Name schon sagt verschiedene aufbauende Mikroorganismen(80 verschiedene Stämme), dazu gehören Milchsäurebakterien, Photosynthesebakterien, Hefen und andere Pilze, diese Mikroorganismen sind z.T. aerob und z.T. anaerob. Die „Abgase“ der anaeroben werden von den aeroben verbraucht. In der Natur erfolgt jede Umsetzung entweder durch aufbauende, abbauende oder opportunistische Mikroorganismen. Die opportunistischen machen das, was die meisten in der Umgebung machen. Die verwendeten Mikroorganismen sollen indem sie alle opportunistischen Mikroorganismen mitreißen einen Zustand herstellen in dem fast nur positive Mikroorganismen leben, dadurch sind auch die Zersetzungsprozesse positiv. Durch diesen Effekt wird das Bodenleben gefördert und es können letztendlich höhere Erträge und bessere Qualitäten erzielt werden. Für diese Vorgänge wird viel organische Masse benötigt, man muss also gewährleisten, dass den Mikroorganismen genug davon zur Verfügung steht, genug heißt ca. 60dz/ha. Man bringt etwa 150 Liter/ha EM-A mit einer gewöhnlichen Feldspritze aus. EM ist sehr lichtempfindlich, man muss also darauf achten, dass die Kulturen mit dem Wasser in den Boden gespült werden (auf eine ausreichende Wassermenge achten) oder sie müssen sofort eingearbeitet werden. Zur Vermarktung gehört auch die Vermehrung von EM. Er bekommt die Basisform EM1 und vermischt einen Teil EM1 mit einem Teil Zuckerrohrmelasse und dreißig Teilen Wasser, das ganze steht ein paar Wochen bei 30°C, die vermehrten Kulturen werden EM-A genannt. Es gibt Tausende von Anwendungsgebieten und viele verschiedene Produkte mit EM, z.B. EM-Keramik. Dabei wird EM in das Ton mit eingemischt und dann gebrannt, die positiven Eigenschaften bleiben aber erhalten. Curt Petersen ist sehr zuversichtlich was der Vertrieb von EM betrifft, so konnte er jedes Jahr eine Verdopplung des Umsatzes veststellen.
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