Höla-Exkursion

Exkursion der Höla Rendsburg

 

Die Höla Rendsburg fuhr mit dem Bus nach Nordfriesland. Die Organisation hatte hauptsächlich das Unternehmen „Treurat und Partner GmbH“ (www.treurat-partner.de).

Der erste Stopp war die Schmidt GbR in Klintum bei Leck.

 

Betrieb Schmidt GbR

Textfeld: Abbildung 1: Markus Schmidt (links), Claus Schmidt (mitte) und Ulf Hansen (rechts, von „Treurat und Partner“) Die Schmidt GbR ist eine Vater und Sohn GbR.

Der Betrieb umfasst 140 ha mit 60 ha Eigentum (25-35 Bodenpunkte).

Davon sind 35 ha Speisekartoffeln, 20 ha Mais, 10 ha Weizen, 10 ha Raps, 8 ha Stilllegung und 57 ha Grünland. Außerdem gehört eine 80 köpfige Milchviehherde mit eigener Aufzucht und eine Meierei zum Betrieb.

 

                                                                                                                                                              Milchviehhaltung:

Die Milchviehhaltung betreibt der Vater Claus Schmidt mit 80 Kühen und einer Leistung von 10.000 l pro Kuh.

Die Quote umfasst 800.000 kg, davon fließen 200.000 kg durch die betriebseigene Meierei mit 4,20 % Fett und 3,35 % Eiweiß.

Die restliche Milch wird an eine Meierei geliefert. Die Kühe laufen im Sommer halbtags auf der Weide. Die Abkalbezeit erfolgt ganzjährig mit dem Schwerpunkt im Herbst, aufgrund arbeitswirtschaftlicher Vorteile. Der Melkstand umfasst einen doppel 6er, steile Fischgräte mit Abnahmeautomatik, in dem eine Person durchschnittlich zwei Stunden pro Melkzeit Arbeitet. Die Milchviehhaltung organisiert und betreibt ausschließlich Claus Schmidt mit seinen Mitarbeitern als „Hobby“.

 Meierei:

Die Meiereiprodukte (Klintumer Frische) werden 2x wöchentlich zu den Kunden ausgefahren.

Zu den Produkten zählen: Joghurt, Kakao, Pudding und Milchreis in verschieden Geschmacksrichtungen, sowie Frischmilch und Frischkäse. Der umfangreiche bürokratische Aufwand wird durch Marcus und seine Frau bewältigt. 

 

Textfeld: Abbildung 2: Klintumer Meierei vom Betrieb Schmidt

Holzhackschnitzelheizung:

Textfeld: Abbildung 3: Holzhackschnitzelheizung vom Betrieb Schmidt

Der gesamte landwirtschaftliche Betrieb wird von einer Holzhackschnitzelheizung mit einer Leistung von 110 KW beheizt, wovon der Großteil in die Meierei fließt. Die Hackschnitzel werden von der betriebseigenen Fläche bezogen.

 

 

 

 

 Kartoffeln:

 Zu der Kartoffelanbaufläche zählen 35 ha der Sorte Linda.

Die Lagerkapazität beträgt 3000 t, wovon die Kartoffeln hauptsächlich in 20 kg Säcke verpackt werden.

Textfeld: Abbildung 4: Kartoffellagerhalle vom Betrieb Schmidt Die Kartoffeln werden mit einem hofeigenen Markenzeichen vertrieben.

Auf Wusch werden Kartoffeln in einer eigenen Kartoffelschälmaschine geschält.

 

 

 

 

 

 


 

Arbeitskraftbedarf:

 10 AK Vollzeit, 5 AK Teilzeit und in der Ernte mehrere Aushilfskräfte.

Claus Schmidt betreibt den Viehbereich.

Dem Sohn Marcus obliegen die Organisation der Meierei, Vermarktung der hofeigenen Produkte und die Mitarbeiterführung.

 

 Fazit:

Mit den vielen neuen Eindrücken von diesem vielfältigen und interessanten Betrieb, bedankte sich die Höla Rendsburg ganz herzlich bei der Schmidt GbR für die Gastfreundschaft.

Alle waren sich sicher, dieser Betrieb ist sehenswert.

 

 

 

 

 

Abbildung  6: Danksagung mit Geschenkübergabe von Volker Wandrowsky „Treurat und Partner“ (links) und der Höla Rendsburg (von Andre Kröger, rechts) an Markus Schmidt (mitte).                                                                                                                              

Betrieb Andresen Klixbüll

 Der anfänglich kleine Futterbaubetrieb dehnte die Milchviehhaltung deutlich aus. Auf Grund der Quotenregelung, erhielt der Milchviehbetrieb Andresen eine niedrigere Milchquote. Durch Zupachtung von  Flächen und Milchquoten konnte er seine Kuhanzahl bis1994 auf rund 250Stück erhöhen. Mit der Idee der Jungviehaufzucht baute der Betrieb Andresen einen neuen Kuhstall mit Liegeboxen. Daraufhin schaltete Herr Andresen das Unternehmen Treurat & Partner GmbH ein, die für die Finanzoptimierung und für die Planung von Wachstumsschritten zuständig waren. Mit deren Know-How rutschte das Projekt Betriebsvergrößerung in ein zu dieser Zeit laufendes Förderprogramm, das im Schnellverfahren abgehandelt werden sollte. Auf Grund der Erkrankung eines Sachbearbeites in der zuständigen Behörde, kam es zur Verlängerung des Förderprogramms um fast zwei Jahre und der neue Melkstand und die neuen Kuhplätze wurden  um 20% teurer. Durch viel Eigeninitiative und Eigenleistung des Betriebes Andresen wurde der größte Teil der Extraausgaben geschmälert. Trotz der Komplikationen konnte sich der Betrieb erfolgreich auf  rund 300 Kühe vergrößern und soll auf 560 Kühe ausgedehnt werden.

Demnächst ist ein Tag der offenen Tür geplant.

 

Abbildung 7: Boumatic Melkstand

 

 

Abbildung  8: Liegeboxenlaufstall mit Tiefstreuboxen

 Betrieb Ove Petersen Cecilienkoog

 Owe Petersen übernahm 2004 den elterlichen Betrieb. Er bewirtschaftet zur Zeit 250 ha, wovon die Hälfte zur Biogasproduktion benötigt wird. Auf den restlichen Flächen wird Winterweizen angebaut.

 Photovoltaikanlage

 In der Studienzeit gründete Ove Petersen zusammen mit einem Freund eine Firma die Photovoltaikanlagen plant. Es wurde eine Anlage von 1 Megawatt in Bayern gebaut.

Petersen nutzte ein Zinstief aus und baute 2005 mit nur 10% Eigenkapital auf seinen eigenen Flächen im Cecilienkoog selber eine Photovoltaikanlage. 2007 wurde diese erweitert auf 2 Megawatt Leistung. Die Anlage benötigt 5 ha Land und die Module werden von 22 km Leitplanke gehalten. Zusätzlich baute Petersen Module auf seine neuen Schweineställe. Die Kosten beliefen sich auf ca. 4000 € pro  KWp auf den Dächer, ca. 3600 € pro KW für den ersten Bauabschnitt und ca. 3700 € pro KW für den zweiten Bauabschnitt. 70 % der Leistung wird im Sommer erbracht. Der Standort ist sehr gut so Petersen, da durch den starken Wind die Anlage gut gekühlt wird und somit leistungsstärker als andere Anlagen ist. Bis zu 1200 Kwh werden erreicht. Eingespeist wird der Strom ins öffentliche Netz. Bei Überlastung werden erst alles Windkraftanlagen aus dem Netzt genommen und erst zum Schluss die Photovoltaikanlage von Petersen.

 

Abbildung  9: Photovoltaikanlage (5 ha)

 

Abbildung 10:  Blick vom Deich auf den Cecilienkoog

 Biogasanlage

 2005 – 2006 baute Ove Petersen eine Biogasanlage zur Erzeugung von 330 KW Stromleistung und 480 KW thermische Leistung.

Die Anlage besteht aus einem Fermenter und einem Endlager.

Jeden Tag werden 35m³ Schweinegülle, 18 Tonnen Mais und ein wenig Getreide in die Anlage eingespeist. Die Baukosten betrugen ca.4000 € KW, die Finanziert wurden. Vergütet wird Biogasstrom nach dem EEG Gesetz mit 17 Cent je KW. Das Endlager soll in Zukunft gasdicht gestaltet werden um eine bessere Ausnutzung der Substrate zu erreichen.

Petersen will außerdem Gersten- Roggen- Weizen GPS anstatt Weizen einsetzen weil der Eiweißanteil in der Anlage stimmen muss.Raps und Pferdemist dürfen laut Gesetz nicht in den Fermenter erklärt Petersen. Peters sieht eine Möglichkeit Fernwärmeleitungen für die thermische Energie kostengünstig zu den Nachbarbetrieben zu legen, da die Gemeinde einen Radweg bauen will.

 

Bei übermäßiger Stromerzeugung in den Reußen- Kögen kann die Stromleitung bei Produktionsspitzen überlastet werden. Der Durchmesser der Leitung ist zu klein. Sie ist ausgelegt für 100 Megawatt, da jedoch zahlreiche WKA noch angeschlossen sind reicht die Leistung nicht aus. Eine Erweiterung der Leitung würde 100 € pro KW kosten. 

E-ON Hanse kann bei zu hoher Produktion die Anlagen drosseln oder sogar abschalten.  Ove Petersen hat jedoch ein Abkommen mit einem WKA- Park (Windkraftanlage), so dass zuerst diese abgeschaltet werden da es dort weniger Vergütung gibt.

 

Abbildung  11: Befüllung des Fermenters

 

Schweine

 

2001 kooperierte Ove Petersen mit einem Ferkelerzeuger. Er bekam drei Wochen alte Babyferkel von 170 Sauen. Diese wurden aufgezogen und gemästet. Er hatte Platz für 2000 Babyferkel und zusätzlich 2500 Mastplätze. Der Kooperationspartner wollte auf 400 Sauen aufstocken. Ove Petersen zog mit, nun zieht er 10.000 Babyferkel auf, mästet 8000 Schweine und läst 2000 Schweine in Lohnmast mästen.

 Arbeitskräfte

 Dies alles wird betrieben durch Familienarbeitskräfte und einen fest Angestellten.

Die Ställe werden von Aushilfskräften gereinigt.

 Windpark Reußenköge

Vortrag von Herrn Volquardsen (Bgm. Gemeinde Reußenköge)

Textfeld: Abbildung 12: Blick auf WKAs des Windparks Exkusion NF (08.11.07) 090.jpgIm Jahr 1992 gründete sich eine Gesellschaft mit 28 Gesellschaftern. Jeder Gesellschafter hatte seine „eigene Mühle“. Alle Gesellschafter waren Bauern. Im Jahr 1993 wurde die erste Anlage gebaut. Jeder Betreiber hat mit 750.000 bis 1.200.000 DM gebürgt und ist somit ein hohes Risiko eingegangen. Das Repowering wurde als Gemeinschaftseigentum durchgeführt.

Nach ca. 10 Jahren Betrieb wurden die 28 Windkraftanlagen durch 17 neue Anlagen ersetzt. Aus 12,4 MW Anschlusswert wurden 34,75 MW. Der Jahresertrag stieg von ca. 28 Mio. KW auf 90 Mio. KW.

Alle Altanlagen wurden zum weiteren Betrieb ins Ausland verkauft. Anfangs war ein gemeinsames Umsetzen nach Gambia geplant. Leider musste dieses Projekt aufgegeben werden, weil das passende Grundstück in Gambia an einen Hotelinvestor vergeben wurde.

Mit dem Repowering (Neuaufbau)-Projekt wurde die Leistung von 28Mio. KW auf 90Mio KW erweitert, dabei wurde die Anzahl der Anlagen von 28 auf 17 Anlagen reduziert. Eine bedeutende Schwierigkeit war der Verzicht auf die „eigene Mühle“ und somit der Gedanke des Gewöhnens an einen Gemeinschaftsbesitz.

Auf Grund des weichen Untergrundes in den Kögen musste mit hohem Aufwand ein tragfähiges Fundament erstellt werden. Es wurden ca. 23 Stahlträger 25m tief in den Boden gerammt. Zusätzlich wurden noch 200m³ Beton pro WKA verarbeitet. So entstanden bei 2 Mio. Euro Gesamtkosten pro Anlage, davon allein 100T € nur für das Fundament.

Mitte der 90er Jahre wurde der Windpark II mit 6 Anlagen errichtet. Auch diese wurden nach knapp 10 Jahren Betrieb repowert und sind ebenfalls niedriger als 100m, da die Gemeinde Reußenköge auf die Beleuchtung der WKA´s verzichten will. Die Narbenhöhe beträgt 60 m, der Rotordurchmesser 80m und eine Gesamthöhe von 100 m.

 

Ein Dritter Park hat 6 Anlagen mit je 1,66 Megawatt  und 7 Anlagen mit 2 Megawatt erstellt.

 

Im Windpark IV wurden 4 Repower MM82 gebaut. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt ca. 70 Mio. € und wurde von Konsortien mit teilweise 4 Banken finanziert.

 

Textfeld: Abbildung 13: In einer WKA IMGP0576.JPGIm vierten Park wurden vier Repower-Anlagen gebaut.

Für die Gemeinde Reußenköge würde zur kompletten Stromversorgung eine halbe Anlage ausreichen. Der gesamte Strom kann nicht zu 100% abgeführt werden, da die EON Zugriff auf die WKA’s hat und diese drosseln kann. Ein eigenes Umspannwerk wurde gebaut, die Stromleitung nur maximal 110 KV leiten kann, was nicht ausreicht. Ein Zugriff auf die Leitung von

Skandinavien nach Hamburg wäre von Nöten, welches für die Zukunft geplant ist. Ein weiterer Diskussionspunkt dieser Thematik ist der Bau einer neuen Leitung. Die EON bevorzugt die Lösung der Freilandleitung, welche von den Bürgern und betroffenen Flächenbesitzern nicht gewünscht ist.

Die optimale Leistung erreicht eine WKA bei Windgeschwindigkeiten bei 12-13m/sec. Eine Abschaltung findet bei 25m/sec statt. Dann muss über 10 Minuten lang eine niedrigere Windgeschwindigkeit herrschen, damit sie wieder eingeschaltet werden kann.

Früher wurden Einspeisevergütungen von 17,8 Pf bezahlt, diese galten unabhängig und langfristig. Heute werden 8,2-8,3 € Ct, und je nach Qualität des Standortes verkürzt sich die Laufzeit. In der Gemeinde wird eine Einspeisevergütung von 6 Ct bezahlt.

Diskussion mit dem Bürgermeister und dem Präsidenten des Schleswig Holsteinischen Bauernverbandes im Sophien- Magdalenenkoog 

 Es fand eine Zusammenkunft mit Otto Dietrich Steensen, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Bauernverbandes und Bürgermeister Volquardsen statt. 

Herr Volquardsen eröffnete die Diskussion mit der Darstellung der allgemeinen Agrarsituation .

Zunächst stellte Herr Steensen den zukünftigen Milchmarkt dar, der noch viele Unsicherheiten beinhaltet, was die Abschaffung der Milchquote betrifft. Außerdem sagte Steensen das die Milchquote im nächsten Jahr um 2% aufgestockt wird. Nach der Aufteilung der Milchquotenbörse in Ost und West ist eine sinkende Tendenz des Börsenpreises zu erkennen, was den Ausstieg vereinfache. Der Quotenausstieg ist seitens der EU beschlossen und findet unsere Unterstützung. Der DBV ist gegen eine Quotenaufstockung um. Der DBV fordert eine Degression bei der Superabgabe und eine EU-weite Saldierung.

 

Des Weiteren führte er die katastrophale Schweinemarkterlössituation auf. Er forderte die Politik auf die Liquiditätsengpässe bei den Schweineerzeugern zu überbrücken.

Der Bauerverband fordert weltweite Handelsrestriktionen abzubauen und so unter anderem den asiatischen Markt zu erschließen. Um die Liquidität der Betriebe zu sichern, sollen die EU- Direktzahlung unverzüglich ausgezahlt werden; mittelfristig müssen die Betriebe jedoch größeren Anteil an der gestiegenen Handelsspanne haben, die bisher von Schlachthöfen und Lebensmitteleinzelhandel für sich vereinnahmt wurde. Die Landwirte müssten Tilgungsaussetzungen oder Kreditumschichtungen bei der Bank vornehmen. Wichtig hierbei sei zu bemerken frühzeitig mit den Kreditinstituten in Verhandlungen zu treten bevor “das Kind in den Brunnen gefallen ist“.

 Abschließend betonte Präsident Steensen, dass man sich bei Fragen vertrauensvoll an den Bauernverband wenden kann.

 Die Stimmung unter den Landwirten ist ansonsten als sehr positiv zu bewerten, da sich die Erlössituation speziell im Marktfruchtbau und Milchviehhaltung stark verbessert hat.

 Der deutsche Bauernverband kritisiert den Vergleich der Treibhausgasemissionen von Kühen und Autos. Hier würden Äpfel mit Birnen verglichen. Die Landwirtschaft hat eine positive Bilanz im Klimaschutz. In Deutschland trägt die Landwirtschaft lediglich 0,9% zu den CO2 Emission bei.

 Fazit:

Dieser Tag war außerordentlich Interessant und hat uns einen sehr umfangreichen Einblick in die Selbstvermarktung und die Produktion von erneuerbaren Energien gegeben. Dies hat bei vielen Schülern mit Sicherheit neue Denkanstöße ausgelöst